Dienstag 15. September 2009 von Killer
Der Second Generation Superstar Randy Orton, Sohn von Cowboy Bob Orton, gehört in der heutigen WWE zu den Top-Superstars und verkörpert die Rolle des wohl wichtigsten Heels des RAW-Rosters.
Zweifellos gehört der jüngste WWE-Champion aller Zeiten zu den charismatischsten Athleten der WWE. Ortons Image als Megaheel fängt jedoch seit seiner Fehde mit John Cena mehr und mehr an zu bröckeln. Werfen wir doch erst einmal einen Blick in die Vergangenheit.
Der “Legend-Killer” kam im April 2001 in die WWE und machte eine langsame, aber stetige Entwicklung nach oben. 2003 kam es zur Gründung der Evolution: Ric Flair, Triple H, Batista und Orton. Die Gruppierung wurde als eine Art neue “Four Horseman” angesehen. Orton verkörperte den Heel, was gut zu ihm passte. Beim SummerSlam 2004 sicherte er sich den WWE-Titel. Als Face fehdete er etwas mit HHH und verlor den Titel. Nach dem Wechsel 2005 zu SmackDown! legte sich Orton mit dem Undertaker an. Die Fehde endete bei WrestleMania in einem denkwürdigen Match, welches Orton immer mehr im Mainroster etablierte. Bis 2007 folgten Matches gegen Mysterio, Hulk Hogan und Dusty Rhodes.
Den endgültigen Durchbruch erlangte Orton, als er - von einer Verletzung John Cenas profitierend - WWE Champion gegen Triple H wurde. Orton verkörperte den Heel in seiner ganzen Arroganz, Überheblichkeit - aber auch mit westlerischem Können. Er gewann die Matches auch oftmals klar. Es folgten sehr gute Fehden gegen Shawn Michaels und Chris Jericho. Bei WrestleMania im Jahre 2008 (24) verteidigte er seinen Titel sogar gegen HHH und Cena.

Nach dem Verlust seines Titels einen Monat später, zog sich Orton eine Verletzung zu und fiel bis Oktober 2008 aus. Nach seiner Rückkehr formte er zusammen mit Ted DiBiase Jr. und Cody Rhodes die Legacy. Orton entwickelte sich entsprechend der Storyline zu einem psychopathischen, gefährlichen und im Ring sehr starken Heel. Nach dem erneuten Titelgewinn wurde die Auseinandersetzung gegen Helmsley und Cena fortgesetzt. Nun hat Orton aber gegen Cena seinen Titel verloren und viele sind nicht mit der Art und Weise zufrieden, wie sich Orton derzeit gibt.
Seit Gründung der Legacy greift diese immer wieder in die Matches ein. Die gute Entwicklung dreht sich nun. Aus dem Legend-Killer und dem furchtlosen Psychoheel und absoluten Unsympath wird nun ein ängstlicher Bösewicht, der sich nur auf andere verlässt und keine überzeugende Ringleistung bieten darf. Bestes Beispiel war sein Auftritt beim letzten RAW und der wenig rühmlichen Niederlage gegen Batista. Er flieht aus dem Ring, wird von Cena rein geworfen und verliert prompt. Viele Fans kritisieren dieses Vorgehen, da durch die vorherigen Leistungen von Orton geschmälert werden. Dass ein Heel relativ sauber ein Match gewinnen kann, ist seit langer Zeit doch normal. Gerade das erhöht die Glaubwürdigkeit eines Heels ganz besonders. In der Vergangenheit gelang es bei Orton doch auch, ihn mit einer gesunden Mischung aus einem Schurken und guten Athleten darzustellen.
Edge, Steve Austin, Triple H, Undertaker und auch teilweise Shawn Michaels haben als Heels früher auch gezeigt, dass es anders geht und man auch mal fair als Schurke gewinnen kann. Es schadet der Glaubwürdigkeit des Superstars, wenn man ihn nun nur noch mit fremder Hilfe gewinnen lässt. Ähnliches muss auch Chris Jericho über sich ergehen lassen, der ohne Big Show vermutlich nicht mal Hornswoogle schlagen dürfte.
Die WWE-Schreiber dürften gut daran tun, wenn sie die Entwicklung von Orton stoppen. Die Legacy als ernst zunehmenden Heel-Stable zu etablieren, war richtig. Doch der Anführer - und die Mitglieder - sollten auch eine echte In-Ring-Gefahr ausstrahlen. Vielleicht würde es dem Charakter von Orton gut tun, mal aus dem Titelkampf mit Cena und Triple H (geht immerhin seit 2 Jahren so) genommen zu werden und ein paar Einzelfehden führt, die er klar und deutlich gewinnt oder respektvoll verliert. Er muss dabei ja nicht sympathisch sein, aber zeigen, was der drauf hat. Andernfalls läuft die WWE Gefahr, dass man Orton irgendwann “ausgelaugt” hat.